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Baron FDP von Münchhausen – Ein Brief an Gesine Meißner MdEP

 

Sehr geehrte Frau Meißner

Sie haben mich angelogen. Trotz Ihrer zahlreichen Beteuerungen den Kommissionsvorschlag zur Änderung der EU-Feuerwaffenrichtlinie abzulehnen, haben Sie nun dem Vorschlag von Vicky Ford zugestimmt, der zum größten Teil den Vorschlag der EU-Kommission wiedergibt. Bisher hat die FDP immer vollmundig für die Waffenbesitzer argumentiert. Geliefert hat sie noch nie. Der Waffenbesitzer scheint Verhandlungsmasse zu sein, die man sich vor der Wahl durch Versprechungen anlockt um sie dann für andere Projekte opfern zu können. Vielleicht ist Ihnen das nicht klar, aber es gibt 2 Millionen Waffenbesitzer in Deutschland. Die sind alle volljährig und damit alle wahlberechtigt. 2 Millionen gesehen auf eine 83 Millionen Bevölkerung machen nur 2,4 % der Bevölkerung aus. Auf 64 Millionen Wahlberechtigte gesehen sind es schon 3,1%. Hinzu kommt, dass überdurchschnittlich viele Waffenbesitzer Unternehmer und Selbständige sind. Eigentlich genau Ihre Wählerschaft. Kombiniert man beides, fallen die SPD und die Grünen weg. Beide sind für kleine und mittelständische Betriebe schädlich und beide sind für ein Totalverbot von privatem Waffenbesitz. Die CDU/CSU möchte am liebsten nur noch Kipplaufwaffen und Einzellader erlauben und sind gerade wieder im Gespräch mit ihren Steuerreformplänen. Und dann die FDP. Eigentlich unternehmerfreundlich, eigentlich liberal und vordergründig für den privaten Waffenbesitz. Wenn es dann allerdings um`s Liefern geht sieht die Sache anders aus. In Rheinland-Pfalz koalieren Sie mit den Grünen. Auf Bundesebene hat seinerzeit die FDP eine Liberalisierung des Waffengesetzes verhindert als es darum ging die MPU für unter 25-jährige für Kurzwaffen über .22LfB abzuschaffen (Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich mich hierin irre und sie mir meinen Fehler zeigen könnten).

Und dann die Abstimmung in IMCO und Ihr persönliches Wahlverhalten.

Wen soll ich jetzt wählen? AFD?

Die sind natürlich in der bequemen Situation nur versprechen zu können aber noch nichts liefern zu müssen. Unternehmerisch ausgedrückt ist die FDP ein alter Geschäftspartner der sich schon zweimal nicht an Abmachungen gehalten hat und stattdessen mit der Konkurrenz Geschäfte gemacht hat. Geschäft ist Geschäft, da gibt es kein Ego und keine persönlichen Empfindsamkeiten. Darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass ich mit der FDP jemanden habe der vollmundig verspricht, von dem ich aber genau weiß, wie er die letzten Jahre und bis vor ein paar Wochen agiert. Und ich habe die AFD, von der ich noch nichts weiß. Ich kann also auf die Partei setzen die in zwei von zwei Fällen nicht das getan hat was sie versprochen hatte und hoffen, dass es nun anders wird, oder ich wähle eine Partei die sogar noch mehr verspricht, die bisher aber nicht liefern konnte.

Sie haben mit Ihrem Abstimmungsverhalten nichts gewonnen aber sehr viel verloren. Glauben Sie eine Zustimmung zu den Vorschlägen würde Ihnen nun rote, tief rote oder grüne Wähler bringen? Auf der anderen Seite haben sie den Waffenbesitzern gezeigt was sie von ihnen halten. Sie haben sich zwischen zwei Stühle gesetzt anstatt sich für einen zu entscheiden. Ach ja, „Single Issue“. Wir Waffenbesitzer klammern uns ja ganz unvernünftiger Weise an nur diese eine Sache. Dabei gibt es doch soviel mehr.

Dazu möchte ich Ihnen nur sagen, dass vor 30 Jahren eine kleine Partei als „single issue“ Partei angefangen hat, nämlich mit Umweltschutz. Diese Partei hat durchweg 10%+ und sitzt in 10 von 16 Landesregierungen und stellt einen Ministerpräsidenten. Ich verstehe wirklich nicht, warum es sich die FDP leistet 2 Millionen Wähler, die schon von ihrer Grundeinstellung her FDP-affin sind, dermaßen vor den Kopf zu stoßen und zur AFD zu schicken.

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