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Legale, illegal und scheiss Ghostguns #EUGunban #NoLube

 

„Jede illegale Waffe, war mal eine legale Waffe.“

Hat jeder so oder so ähnlich mal gehört. Der Satz hat aber noch einen Subtext:

„Wenn wir illegale Waffen bekämpfen wollen, müssen wir bei den legalen Waffen anfangen, um den Nachschub zu unterbinden.“

In sich bestechende und klare Logik. Aber nur auf den ersten Blick. Die Frage ist hier: Was ist eigentlich legal oder illegal? Illegal sind Dinge, die entgegen einem Gesetz getan werden oder existieren. Und hier liegt das Problem. Legal und illegal unterscheiden sich von Land zu Land in föderalen Ländern auch von Mitgliedsland zu Mitgliedsland.

Legal und Illegal haben also eine Geographie. Was hier legal ist, kann dort illegal sein.

Sie haben aber auch eine Zeit. Was heute erlaubt ist kann morgen verboten sein.

Gesetze gelten also in einem Raum und einer Zeit.

Bis in die 1970er Jahre war es zum Beispiel legal in Deutschland, sich mit Erreichen des 21. Lebensjahres eine Schrotflinte über den Versandhandel zu bestellen. Eine Waffenbesitzkarte war dazu nicht erforderlich, eine weitergehende Überprüfung fand nicht statt. Schätzungen zufolge wurden 20 Millionen Waffen auf diese Art in Westdeutschland verkauft. Nach der Gesetzesänderung und einigen nachgeschobenen Amnestien wurden etwa 3 Millionen registriert. Über Nacht wurden also 17 Millionen legale Waffen zu illegalen Waffen. Viele Besitzer wollten sich ganz bewusst nicht registrieren, andere haben davon schlicht nichts erfahren. Übrigens gibt es entsprechende Änderungen auch für Luftgewehre und Schreckschusswaffen. Wer heute eine unregistrierte Schrotflinte auf dem Dachboden hat, weiß wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass das illegal ist. Aber der alte Schreckschussrevolver? Selbst in dem Fall, dass er nach heutigen Maßstäben „frei ab 18“ zu erwerben wäre, ist es eine WBK-pflichtige Waffe, wenn ihr der PTB-Stempel fehlt. Ein weiteres Beispiel dafür, wie Leute durch Gesetzesänderung zu Kriminellen werden, ist das Verbot von Butterflymessern. In meiner Jugend gab es die am Bahnhofskiosk zu kaufen. Seit 2003 sind sie verbotene Gegenstände, das heißt, der Besitz alleine ist schon strafbar. Zum Glück hatte ich nie eins, sonst wäre das Gewühle auf dem Dachboden groß gewesen um es 2003 noch schnell zu entsorgen.

Dies waren Messer, die ohne Probleme erwerbbar waren. Derjenige, der 2003 in den Nachrichten gehört hat, dass das Waffengesetz verschärft wurde, dachte doch nicht im Traum daran, dass das sein Butterfly oder seinen Ninjastern aus Jugendtagen betreffen könnte.

In beiden Beispielen sorgte also ein Datum dafür, dass vorher legales nachher illegal war.

Manchmal sorgt ein Grenzübertritt für die „Illegalisierung“ einer Waffe. In Polen sind zum Beispiel Perkussionsrevolver frei ab 18! Aber wehe dem unbedarften Touristen oder dem in Deutschland lebenden Polen, der meint er könnte die Waffe einfach so mitnehmen. In Deutschland ist ein Perkussionsrevolver nur mit WBK erwerbbar.

Aber eigentlich geht es um diese Dinge ja nicht in der öffentlichen Diskussion. Die richtig „bösen“ illegalen Waffen sind Pistolen und Sturmgewehre. Auch diese beginnen ihre Leben meist als legale Waffen. Nicht legal in dem Sinne, dass jeder sie besitzen kann, sondern in dem Sinne, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort von einer bestimmten Gruppe Personen oder Institutionen besessen werden dürfen.

 

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Waffen des Militärs, von denen Millionen in Deutschland gelagert werden. Einige Tausend davon wurden gestohlen. Manchmal durch spektakuläre Einbrüche in die Waffenkammern, manchmal indem einzelnen Soldaten überfallen wurden. Nach der Wende wurden Zehntausende Waffen von den abziehenden Soldaten der roten Armee auf dem Schwarzmarkt verkauft. Jeder bewaffnete Konflikt brachte neuen Nachschub nach Mitteleuropa. Die Balkankriege zum Beispiel, aber auch weiter entfernt liegende Konflikte wie der Bürgerkrieg in Libyen oder die Auseinandersetzungen in der Ostukraine sorgen für Aufwind auf dem hiesigen Schwarzmarkt. Das dieser riesig sein muss und der Nachschub einfach, zeigen die Preise. 2012 zahlte man für eine Kalaschnikow angeblich noch 1000€ in Berlin. Quelle

Heute sind es 500€. Quelle

Offenbar ist Neuware sehr billig zu bekommen und die Konkurrenz der Schwarzhändler groß. Zum Vergleich: Eine Kleinkaliberpistole für DSB-Wettkämpfe fängt um 1300€ an, Kleinkalibergewehre um 2200€. Zu dem Preis gibt es schon Panzerfäuste.

Eine ganz andere Gruppe sind Waffen die schon illegal „geboren“ wurden (so heißt das wirklich).

Ghostguns. Klingt nach einem Computerspiel und Computer spielen darin auch eine wesentliche Rolle. Eine Ghost gun ist eine Waffe ohne Seriennummer, ohne lizensierten Hersteller und meist eine Kopie eines existierenden Models. Früher wurden solche Waffen von geschickten Schlossern und Werkzeugmachern gebaut. Heute gibt es CNC-Programme im Internet, die auf Heimfräsmaschinen oder Drehautomaten aufgespielt, automatisch Waffenteile herstellen. Je nach Programm, Material und Maschine sind die Ergebnisse verschieden. Matchqualität erreicht man damit nicht, was für Kriminelle aber eher zweitrangig ist.

Und die Medien veranstalten einen Aufriss, wenn bei verqueren Opas mal ein Karabiner auftaucht? Diese Karabiner und Schrotflinten spielen  keine Rolle in irgendeiner Statistik. Man muss sich doch aber fragen, wozu „der Schwarzmarkt“ Zehntausende Kriegswaffen ankauft?

Mir sind bisher keine Ghost guns in Deutschland bekannt. Wer da Zahlenmaterial oder Artikel hat, bitte her damit. Aber ich vermute, wer eine AK 47 für 500€ bekommt fängt nicht erst noch das basteln an.

 

Und die EU-Kommission stört das auch nicht. Für diesen Verein sind wir Waffenbesitzer die Bösen. Weil es leicht ist. Weil wir und unsere Waffen registriert sind. Weil wir denken es hilft, wenn wir den Kopf einziehen und das Unwetter abwarten. Das ist kein Unwetter, das ist der böse Wolf in Eurem Haus und der geht nicht nur weil Ihr nichts tut. Tut was! Schreibt Euren Abgeordneten!

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5 Comments on “Legale, illegal und scheiss Ghostguns #EUGunban #NoLube

  1. Zu den illegalen Waffen in Deutschland habe ich das hier:
    https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2014/04/29/deutschlands-illegale-waffen/

    Über Ghost-Guns in Deutschland weiß ich nichts. Ich will nicht ausschließen, daß es welche gibt, aber die dürften sehr selten sein.

    Sicher – jeder einigermaßen geschickte Heimwerker kann mit Maschinen aus dem Baumarkt eine „Luty-Gun“ (vollautomatische 9mm MP, mit der die australische Polizei in letzter Zeit häufig Bekanntschaft macht) herstellten. Dazu braucht es noch nicht mal eine CNC-Maschine. Leute mit Zugang zu teuren, qualitativ hochwertigen Geräten können sicher Kopien handelsüblicher Waffen herstellen – aber warum sollte man das tun, wenn man illegale Waffen so billig und einfach kriegt?

    Waffen aus dem 3D-Drucker sind möglich, aber auch da braucht es sündteure Maschinen (Kosten zwischen $500.000 bis $1.000.000), die Metall- und Keramik-Halbzeuge per Laser-Sintering herstellen. Das braucht dann noch ordentlich Nachbearbeitung, damit das sauber funktioniert. Damit kann man Prototyping machen, aber keine Serienfertigung.
    https://www.stratasysdirect.com/blog/how-its-made-3d-printed-1911-pistol/

    • Das 3D-Druckergespenst kommt aus den USA. Die Anti-gun-Lobby hat ein neues Horrorszenario erfunden, um Wiederladern an den Kragen zu gehen. Ammo control wird das nächste Thema bei denen, also wissen wir auch schon welcher Mist uns als nächstes blüht.

    • Danke! Aber sag mal….ist das nicht eine sehr akademische Einteilung? Was wenn der graue Sammler hinterher kriminell wird? Oder der Kriminelle gar niemanden damit erschießt? 🙂

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