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Sklave des Wortes – von Kastraten und Sportgeräten

 

 

 

Wie fröhlich und glücklich war doch die Sportschützenwelt, als es in Rio Medaillen regnete! Glückwunsch natürlich auch von mir an die Schützen, Sportschützen…Athleten! Man weiß ja nicht mehr so genau heutzutage, was man sagen darf und was nicht und leider hilft mir Christian Reitz an dieser Stelle auch nicht weiter, der in der Onlineausgabe der TZ sagte:

 

Wir als Sportschützen haben das Problem, dass das Ding eben Sportwaffe heißt. Deswegen nutzen wir eigentlich häufig auch die Bezeichnung Sportgerät. Dieses Wort „Waffe“ ist einfach grundsätzlich schon negativ belastet, deswegen verkauft sich das auch dementsprechend.

 

Oh ja, die Öffentlichkeit fürchtet sich zu Tode wenn wir das „Ding“ Waffe nennen. Mit dieser Waffe schießen wir nämlich Löcher in Pappe und dafür gibt es Punkte und manchmal auch Medallien.

Erfrischenderweise haben die Fechter überhaupt kein Problem mit Wörtern. Beim Fechten bekommt man Punkte dafür, indem man so tut, als würde man das Gegenüber erstechen. Das sollte doch noch viel mehr Grund sein, nur von „Sportgerät“ oder dem „Ding“ zu reden, oder?

Aber nein. Bodo Vogel, Wettkampfrichter für Fechten,(und ebenfalls Polizist wie Christian Reitz) schreibt in seinem in den Lokalblättern um Koblenz veröffentlichten Bericht über Rio: (Olympioniken sind auch nur Menschen – Ein Bericht von Bodo Vogel)

Während der Olympiade habe ich leider kein Finale in meiner Hauptwaffe Florett geleitet. Dafür … in meiner Nebenwaffe.

Nein! Die Fechter führen Waffen! Wer hätte das auch ahnen können? Kommt das Fechten wie das Schießen doch von den Ertüchtigungsübungen der Adeligen, Bürger und Soldaten, die in einem Gefecht nicht gleich tot sein wollten. Übrigens heißt das Finale beim Fechten „Abschlußgefecht“.

Uff, darauf erstmal einen Baldrian.

Aber Häme mal bei Seite. Warum fürchtet sich der Fechter nicht davor, sein „Gerät“ als Waffe zu bezeichnen? Ich denke das ist einfach. Er wurde bisher noch nicht als Menschenfeind und durchgeknallte Mordmaschine von den Medien betitelt. Und weil wir auf diese Art beschimpft werden reagieren wir damit einzuknicken. Mit eingekniffenem Schwanz vermeiden wir tunlichst irgend ein böses Wort zu sagen was eine Rüge in den Medien auslösen könnte. Und in vorauseilendem Gehorsam kastrieren wir uns dann erstmal gründlich selbst und verbannen das Wort „Waffe“ aus dem Sportschießen. Vielleicht nennen wir das in Zukunft besser sportliche, gezielte Festkörperbeschleunigung?

Und es liegt leider überhaupt nicht daran, dass man als Ausnahmesportler nunmal im Rampenlicht steht und aufpassen muss, was man sagt. Hier der Beweis

sportgeraete

Das ist der Aushang am Pistolenstand eines RSB-Vereines. Offenbar ist diese Selbstzensur schon in der kleinsten Zelle des Schießsports angekommen. Wenn es sich schon so verbreitet hat, muss doch auch die Frage erlaubt sein: Nützt das was?

Natürlich nicht! Die Medien werden nicht weniger auf uns herumhacken und uns diskriminieren, weil wir jetzt brav „Sportgerät“ sagen und sie werden auch nicht noch schärfer hetzen, nur weil wir das Wort „Waffe“  benutzen. Den Feinden des Schießsportes geht es um die Abschaffung des privaten Waffenbesitzes. Diesen Leuten geht es darum uns Angst zu machen, uns zu zermürben, darum, dass wir uns schuldig fühlen weil wir Waffen besitzen. Ob wir uns davor noch in „Sportmordschützen“ umbenennen oder im Staub kriechen ändert an diesem Ziel nichts. Es kann sich aber ändern, wenn wir klarmachen, dass wir so nicht mit uns umgehen lassen. Und da ist wie immer jeder einzelne von uns gefragt. Redet mit Euren Vereinskollegen, redet mit Eurem Vorstand.

Wenn wir nicht selbst für uns und unser Recht einstehen, wer soll es denn dann machen?

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4 Comments on “Sklave des Wortes – von Kastraten und Sportgeräten

  1. Mit wenigen Worten wird wieder alles auf den Punkt gebracht.
    Auf das ein leichtes Schmunzeln die Gesichtszüge der Leser erhelle.
    Hoffentlich bis bald.

  2. In Kärnten sind sie schon einen Schritt weiter. Dort gibt es „Zielsportvereine“, weil Schützenverein nicht „politisch korrekt“ ist.

  3. Der Hang zur Bemäntelung und sprachlichen Verharmlosung ist im Menschen wohl eingebaut – auch wenn den meisten Leuten bewusst sein dürfte, daß es nicht funktioniert. An die Spitze getrieben haben diese Methoden die Politiker, die Medien und die PR-Agenturen. Nur kann jeder normal intelligente Bürger zwischen den Zeilen lesen, wenn er nicht gerade sehr geübt darin ist, sich betrügen zu lassen.

    Trotzdem sollte man „Waffe“ und „Sportgerät“ gleichberechtigt verwenden. Unser Sportgerät ist eine Waffe – die Waffe ist ein Sportgerät und wird ausschließlich dazu verwendet. Das wird die Waffengegner natürlich auch nicht beruhigen, denn die steigern sich in ihre Angst vor Waffen hinein und fühlen sich anscheinend auch noch wohl dabei, wenn sie ihrer – von keiner sachlichen Argumentation getrübten Emotionalität – daherschwafeln.

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